FTP ist das (noch) bekannteste File Transfer Protocol zum Datenaustausch zwischen lokalen und entfernten Computern. Allerdings ist das Protokoll schon in die Jahre gekommen und zeigt deutliche Schwächen betreffend Leistungsumfang und Sicherheit. Abhilfe schafft der designierte Nachfolger WebDAV.
Was ist WebDAV
Web-based Distributed Authoring and Versioning (?), ein offener Standard zur Bereitstellung von Dateien im Internet. Es handelt sich um eine Erweiterung von HTTP/1.1 welche das Übertragen kompletter Verzeichnisse ermöglicht.
Die bekanntesten Beispiele des von den Webhostern noch sehr stiefmütterlich behandelten Protokolls sind Apple’s iDisk und das Mediacenter des Freemailers GMX. Da ich mir einen Mac® nicht leisten kann…
Aber auch Linux (Ubuntu) ist schon perfekt vorbereitet auf die Zusammenarbeit mit WebDAV-Servern. Neben den Programmen mit grafischer Benutzeroberfläche wie Nautilus (Gnome), Konqueror (KDE) und OpenOffice (siehe unten) ist in den Ubuntu-Paketen auch der Kommandozeilen-Client Cadaver enthalten.
Cadaver
Das schlanke Konsolenprogramm (524 kB) ist derzeit in der Version 0.22.4 in den Paketquellen enthalten. Mit den wenigen Abhängigkeiten wird auch die Neon-Bibliotheken installiert (siehe http://packages.ubuntu.com/feisty/web/cadaver).
Zugang zum GMX-Mediacenter
Als Benutzername ist die Kundennummer (siehe unter Mein Account ganz oben) und als Passwort GMX-Passwort zu verwenden. Der URL lautet http://mediacenter.gmx.net.
:~$ cadaver http://mediacenter.gmx.net
Genau so funktioniert es natürlich mit jedem anderen WebDAV-Server
Tipp: Die vorgegeben Ordnernamen wie ‘Meine Bilder’ usw. würde ich wegen der einfacheren Handhabung schon vorher auf ‘pics’, ‘docs’ usw. ändern.
Handhabung
Wie bei jedem Programm liefern die Manual-Seiten (man cadaver) die erste Anlaufstelle. Während der Verbindung werden mit help die möglichen Befehle angezeigt. Wird ein Befehl falsch oder nicht vollständig eingegeben zeigt Cadaver eine Mini-Hilfe an:
dav:/> mkcol
The `mkcol' command requires 1 argument:
mkcol remote... : Create remote collection(s)
dav:/>
Einen Unterordner zu ‘pics’ erstellt man demnach mit mkcol pics/unterordner .
Mit put datei bzw. get datei werden Dateien hinauf- bzw. herunter geladen. Bei mehreren Dateien lauten die Befehle mput und mget. Anders als in der Konsole muss man beim kopieren verschieben etc. den Dateinamen nur einmal angeben: copy bild.jpg Bilder (statt cp bild.jpg Bilder/bild.jpg).
Zusammenfassend kann ich sagen: Cadaver ist schlank, schnell und einfach zu bedienen. Leider fehlt unter Ubuntu und Debian die SSL-Unterstützung. Doch die Sache mit dem Kompilieren kriege ich auch noch hin und dann seit ihr die Ersten die’s erfahren
Andere WebDAV-taugliche Programme
Nautilus (Gnome)
Im Hauptmenü Datei | Mit Server verbinden wählen. Es öffnet sich ein Fenster in dem die Verbindungsdaten einzugeben sind. Ganz oben bei Dienste-Typ kann man zwischen WebDAV (HTTP) oder Sicheres WebDAV (HTTPS) wählen.
Konqueror (KDE)
Direkt in die Adresszeile “webdav://dein.server.at/” bzw. für HTTPS “webdavs://dein.server.at/” eintragen und im folgenden Fenster wie gehabt die Zugangsdaten eingeben.
OpenOffice
Prinzipiell ist mit jeder Komponente von OpenOffice eine Verbindung zu einem WebDAV-Server möglich. Es fehlt nur die Adresszeile: Unter Ansicht | Symbolleisten | Anpassen muss noch im Karteireiter Symbolleisten die Option URL laden aktiviert werden. Jedoch wird aus Lizenz-Gründen HTTPS nicht unterstützt.
Comments 1
Wow! meine ersten direkten Trackbacks.

Zu Nr. 1:
Wie die Jungs von universityupdate.com auf diesen (meinen:-) Beitrag kommen ist mir ein Rätsel. Vielleicht hilfts ja was fürs Ranking
Zu Nr. 2:
Servus Joe,
Hast du deine Kommentare absichtlich ausgeschaltet? Wollte mich registrieren – geht auch nicht “Falscher Benutzername”?.
Na dann frage ich halt mal ins Blaue: Im Beitrag dieses Trackbacks wird auch das Programm Davfs angesprochen womit man den WebDAV-Server wie ein normales Laufwerk im Dateimanager einbinden kann.
Sieht dabei jemand ein Sicherheitsrisiko? Vor allem bei GMX, deren Server durch eine ungesicherte Verbindung per http erreichbar ist (siehe Beitrag). Damit wäre Port 80 ständig “offen”?
@all Schönes Wochenende !
Posted 31 Aug 2007 at 17:32 ¶Trackbacks & Pingbacks 2
[...] WebDAV-Verbindung mit Cadaver » This Summary is from an article posted at Vienna22 » Weblog on Sunday, August 19, 2007 [...]
[...] http://www.boku.ac.at/index.php?id=5316 [2] http://www.duba.at/2007/08/19/webdav-verbindung-mit-cadaver/ [3] http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/02/078-gmxfs/index.html [4] sudo apt-get install [...]
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